HISTORISCHES

Das Galgentor

Taunustor 2-4
60311 Frankfurt am Main

Eigentlich außerhalb des Bahnhofsviertels gelegen, an der Kreuzung Taunustor / Neue Mainzer Landstraße, befand sich das Galgentor. Der von 1381 bis 1392 errichtete Bogenbau war das wichtigste der fünf Frankfurter Stadttore und führte den Stadtverkehr in Richtung Mainz – und zum Galgenfeld. Bei Kaiserkrönungen spielte das Tor eine bedeutende Rolle: Die neugewählten Kaiser zogen seit dem 14. Jahrhundert durch das Galgentor in die Stadt ein. Auch deshalb war sein rechteckiger Turm eindrucksvoll mit Statuen der städtischen Schutzpatrone und Karls des Großen gestaltet. Ab 1635 ging die Funktion des Galgentors von Begrenzungs- in Verteidigungsanlage über, was bis zu seinem Abriss 1808 so blieb. Bereits zwei Jahre später wurde an seiner Stelle das Taunustor errichtet, das Ende des 19. Jahrhunderts wieder abgebrochen wurde – heute erinnern lediglich die umliegenden Straßennamen noch an das bewegte Leben des Stadttors. Übrigens: Der Name Gallustor, der ab dem 18. Jahrhundert aufkam, ist keine Entlehnung aus dem Mittelhochdeutschen für das Wort Galgen. Die Benennung führt auf den irischen Wandermönch und Missionar Gallus zurück, der im 7. Jahrhundert vor allem im Bodenseeraum wirkte.