HISTORISCHES

Die Westbahnhöfe

Kaiserstraße 44
60329 Frankfurt am Main

Absurd: Das Frankfurter Bahnhofsviertel hat gar keinen Bahnhof, denn der liegt im benachbarten Gallus. Und dennoch ist der Hauptbahnhof indirekt mitverantwortlich für die Namensgebung des Bahnhofsviertels. Im Jahr 1888 löste sein Bau die drei Westbahnhöfe Frankfurts ab, die auf dem heutigen Gelände des Viertels angeordnet waren: Main-Neckar-Bahnhof, Main-Weser-Bahnhof und Taunusbahnhof. Der Taunus-Bahnhof war der älteste der drei Westbahnhöfe. 1838 erbaut, lag er ungefähr auf dem Gebiet, wo heute die Taunusstraße von der Gallusanlage führt. Zehn Jahre später öffnete der unmittelbar südlich, an der Gutleutstraße, gelegene Main-Neckar-Bahnhof, direkt über der heutigen Münchener Straße. Im Jahr 1850 schließlich nahm der Main-Weser-Bahnhof nördlich des Taunus-Bahnhofs seinen Betrieb auf. Heute führt von dieser Stelle die Neckarstaraße von der Gallusanlage in Richtung Weserstraße ab. Nach dem Abriss der Bahnhöfe entstand in Windeseile das damals von Großbürgerlichkeit und modernem Flair geprägte Quartier, das den heutigen Bahnhof flankiert.